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1955
1974
1985
1988
1989
1992
1993
1994
1999
2000
2005
2006
2008
2009
2010
2010
2011
2012
2013
2014
2015
2017
2019
2022

1955

Der 28-jährige Engelberger Benediktinerpater Urs Egli reist in das tropische Kamerun zur Verstärkung der dortigen Benediktinermission. Er arbeitet zuerst als Lehrer und Schuldirektor, später als Vorsteher der Mission in Otélé, wo bis heute das Trinkwasserprojekt «Wasser ist Leben», vor Ort PEP (Projet Eau Potable) genannt, zu Hause ist.

1974

Im August reist Alfred Müller-Stocker zum ersten Mal nach Kamerun. Er besucht ein Schreinereiprojekt der Caritas in der Mission Otélé und lernt dabei Pater Urs Egli kennen.

1985

Immer wieder muss Pater Urs Egli Kinder und Erwachsene beerdigen, die an vermeidbaren Krankheiten gestorben waren. Das beschäftigt ihn sehr. Er erkennt, dass das verschmutzte Wasser die Ursache vieler Krankheiten ist und beschliesst Brunnen zu bauen und Grundwasser aus dem Boden zu fördern. Er plant 44 Brunnen, je zwei für die 22 Dörfer seiner Gemeinde.

1988

Misereor, ein deutsches Hilfswerk, sichert Pater Urs Egli die Finanzierung der geplanten Brunnen zu. Dies jedoch unter der Bedingung, dass der Vertrag über einen Bischof abgeschlossen werden muss. Jean Zoa, der damalige Erzbischof gibt Pater Urs Egli den Bescheid, dass es 400 Brunnen für die Diözese brauche und nicht nur 44 für Otélé. 14 Jahre, nach dem ersten Treffen im Regenwald, bittet der Benediktiner den Unternehmer Alfred Müller um Hilfe bei der Suche nach einem technischen Leiter für das geplante Brunnenprojekt.

1989

Pater Urs Egli initiiert das Projekt «Wasser ist Leben». Unterstützt wird er dabei durch das von Alfred Müller vermittelte Schweizer Ehepaar Louis und Heidy Stadelmann-Graf, welches am 20. Juni zusammen mit der 3-jährigen Tochter Carla und dem halbjährigen Sohn Manuel in Otélé eintreffen. Der erste Trinkwasserbrunnen wird am 24. November eingeweiht.

1992

Um das Projekt finanziell abzusichern, gründet Alfred Müller-Stocker die Stiftung St. Martin, Baar, die er mit einem Grundkapital von 2,5 Millionen Franken dotiert. Die Einweihung des 100. Trinkwasserbrunnens findet in Abom im Beisein von Alfred und Annaliese Müller-Stocker sowie klerikaler, politischer und diplomatischer Prominenz statt.

1993

Ein Zollbefreiungsabkommen mit der Regierung Kameruns wird abgeschlossen.

1994

Die Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit, Bern (DEZA) unterstützt das Projekt mit 2,85 Millionen Franken.

1999

Der 500. Brunnen wird von Michael Müller und seiner Partnerin Claudia Wettstein eingeweiht und der Bevölkerung von Mu-Yamakouba übergeben.

2000

Die Schweizer stimmen am 21. Mai den bilateralen Verhandlungen mit der EU zu. Am 23. Mai wird eine erste Vereinbarung zwischen EU-Gremien, der Regierung Kameruns und der Stiftung St. Martin betreffend einer Kostenbeteiligung an hundert Brunnen unterzeichnet.

2005

Am 2. Dezember weiht Erzbischof Victor Tonyé Bakot den 1000. Brunnen im Dorf Ngon ein. Die kamerunische Regierung zeichnet Alfred Müller und Louis Stadelmann mit dem Orden «Chevalier de l’Ordre de la Valeur» aus.

2006

Das Buch «Tausend Brunnen» von Rosemarie Keller erscheint. Es erzählt die Geschichte von Pater Urs Egli und dem Trinkwasserprojekt.

2008

Die Stiftung St. Martin schliesst wichtige Verträge mit den Diözesen Yaoundé und Eseka ab und festigt ihre Position als eigenständige Nichtregierungsorganisation (NGO). Mit dem kamerunischen Staat kann das Zollabkommen erneuert werden.

2009

Am 24. September feiert die Stiftung St. Martin das 20-jährige Bestehen des Trinkwasserprojekts «Wasser ist Leben». In einer Erstaufführung, anlässlich der Jubiläumsveranstaltung im Lorzensaal, Cham, wird der 13-minütige Dokumentarfilm über das Projekt vorgestellt. Bestellen

2010

Im Zusammenhang mit der Fussball-Weltmeisterschaft in Südafrika reist eine Equipe des Schweizer Fernsehens nach Kamerun. Das Filmteam dreht eine Reportage über das Trinkwasserprojekt. ansehen

2010

Am 24. November feiert das Trinkwasserprojekt sein 25-jähriges Jubiläum. Das kamerunische Fernsehen und Radio berichten darüber.

2011

Von der Schreibmaschine am Anfang zum mehrplätzigen Computernetzwerk. Die über Jahre gewachsene Computerinfrastruktur muss professionell strukturiert und gesichert werden. Die Hardware wird komplett erneuert. Wireless-LAN und Satelliten-Internet wird im Regenwald installiert.

2012

Pater Urs Egli kehrt als letzter weisser Benediktinerpater nach Engelberg zurück und in der Projektleitung bahnt sich ein personeller Wechsel an. 

Die Stiftung St. Martin entscheidet, das Trinkwasserprojekt unter neuer Schweizer Leitung weiterzuführen und hält am Projektstandort Otélé fest. Die vorhandene Infrastruktur, der hohe Bekanntheitsgrad und das aufgebaute Vertrauen sprechen dafür. «Wasser ist Leben» hat sich zu einem der wichtigsten Arbeitgeber in der Region entwickelt und wird vom Staat Kamerun und der Kirche gleichermassen anerkannt.

2013

Das Ehepaar Stadelmann gibt nach 24-jährigem Einsatz die Projektleitung ab.
Um der seit 1989 gewachsenen Struktur des Trinkwasserprojekts Rechnung zu tragen, beschliesst die Stiftung St. Martin die Projektleitung zu verstärken. Die neue Führung wird um zwei Personen aufgestockt und in eine technische und administrative Leitung aufgeteilt.

2014

Bundesrätin Simonetta Sommaruga besucht am 27. September Otélé.

2015

Pater Urs, der Initiator des Trinkwasserprojekts, stirbt im 88. Altersjahr am 27. März im Kloster Engelberg.

Am 16. April wird in Ekoumdoum der 1500. Trinkwasserbrunnen eingeweiht.

2017

Im Rahmen der Sendung «Mitenand» strahlt das Schweizer Fernsehen einen Kurzbericht über das Trinkwasserprojekt aus. Das Dorf Okola erhält sauberes Wasser.

2019

Das Trinkwasserprojekt feiert sein 30-Jahr-Jubiläum. Am 2. Oktober wird der 1700. Trinkwasserbrunnen der Bevölkerung von Nlong-Bon III übergeben.

2022

Die Stiftung St. Martin unterzeichnet mit der Ecole Pratique d’agriculture de Binguéla (EPAB) eine Ausbildungs-Vereinbarung. Dank der Kooperation mit dieser staatlichen Schule werde ab Januar 2023 Fachkräfte für den Bau und Unterschalt von Trinkwasserbrunnen ausgebildet.